Stalking

Der Begriff „Stalking" basiert auf dem englischen Verb „to stalk". Er bedeutet „anschleichen" oder das „Einkreisen von Beute".

Unter Stalking werden wiederholtes Verfolgen, penetrantes Belästigen und Bedrohen einer Person gegen deren Willen durch eine andere verstanden. Der Täter oder die Täterin stellt seinem Zielobjekt nach, beobachtet und terrorisiert es.

Typische Formen der Belästigung sind unter anderem:

  • Telefonanrufe, SMS, Nachrichten, auf dem Anrufbeantworter, Sendungen von E-Mails zu allen Tages- und Nachtzeiten
  • „Liebesbezeugungen" wie Liebesbriefe, Blumen, Geschenke
  • Bestellungen von Warensendungen im Namen des Opfers
  • Anwesenheit sowie das Verfolgen und Auflauern, zum Beispiel vor der Wohnung, dem Arbeitsplatz, dem Supermarkt
  • Falschbeschuldigungen, zum Beispiel gegenüber dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin
  • Ausfragen des Bekanntenkreises
  • Sachbeschädigungen
  • Beleidigungen, Verleumdungen
  • Bedrohungen, Nötigungen

Das Spektrum der so genannten Stalking-Verhaltensweisen kann in dramatischen Fällen über körperliche Gewalt bis hin zur Tötung reichen.

Die Folgen für die Opfer sind gravierend: Geschädigte haben Angst um die eigene Sicherheit. Sie berichten von verringertem Selbstvertrauen, Schlafstörungen, Kopf- und Magenschmerzen, Albträumen, einem verstärkten Misstrauen gegenüber anderen sowie zum Teil starken Einschränkungen in sozialen Lebensbereichen. Betroffene berichten zum Beispiel davon ihren Arbeitsplatz in Folge häufiger Krankmeldungen verloren zu haben.

Ziel des Stalkers ist es, mit allen Mitteln auf sich aufmerksam zu machen und den Kontakt gegen den Willen der Betroffenen aufzunehmen oder zu halten. Dieses Ziel verfolgt er hartnäckig aus unterschiedlichen, auch wechselnden Motiven: unter anderem Beziehungswunsch, Liebeswahn, Macht, Rache, Kontrolle.

Der Stalker kennt sein Opfer aus unterschiedlichen Zusammenhängen. So können Täter beispielsweise ehemalige Partner oder Partnerinnen, Freunde, ein Arbeitskollege oder -kollegin, entfernte Bekannte oder auch ein Nachbar oder eine Nachbarin sein. Menschen in helfenden/lehrenden Berufen wie zum Beispiel Therapeuten und Therapeutinnen, Professoren und Professorinnen sowie Ärzte und Ärztinnen tragen ein erhöhtes Risiko, Opfer wiederholter Belästigung zu werden.

Die Opfer fühlen sich den Tätern gegenüber oft hilflos ausgeliefert. Dennoch existiert ein weites Spektrum bewährter Interventionsschritte. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland einen eigenen Tatbestand, der Stalking unter Strafe stellt (§238 StGB). Neben der strafrechtlichen Möglichkeit können die Geschädigten darüber hinaus durch eine interdisziplinäre Intervention unterstützt werden.

Quelle: Stalking: Grenzenlose Belästigung, -Eine Handreichung für die Beratung-; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2. Auflage, 2008)