Psychosoziale Prozessbegleitung

Opfer einer schweren Sexual- oder Gewaltstraftat und/oder minderjährige Betroffenen haben seit dem 1.1.2017 das Recht auf Psychosoziale Prozessbegleitung nach §406g StPO. 

Psychosoziale Prozessbegleitung wird durch das Gericht beigeordnet und ist für die Opfer kostenfrei.

Die Psychosoziale Prozessbegleiterin unterstützt und begleitet Opfer nach einer schweren Sexual- oder Gewaltstraftat vor, während und nach einem Gerichtsprozess.

  • Das Mädchen/die Frau sowie ihre Vertrauensperson wie auch ihre Eltern werden über den Ablauf einer Anzeigenerstattung und eines evtl. folgenden Gerichtsverfahrens informiert,
  • nach Wunsch zu Polizei, Rechtsanwältin/Rechtsanwalt, Gericht begleitet und
  • zu Nebenklageanwältinnen oder -anwälten vermittelt.
  • Sie bekommen Psychosoziale Unterstützung vor, während und nach einem Gerichtsverfahren. Diese gilt gerade bei minderjährigen Opfern auch für die Eltern des Mädchens

Konkret bedeutet dies:

  • Die Betroffene wird über ihre Rechte und Pflichten als Zeugin aufgeklärt.
  • Im Vorfeld wird der Gerichtssaal besichtigt und evtl. eine Verhandlung besucht, um so die Ängste des Mädchens/der Frau vor einer Verhandlung zu reduzieren.
  • Aufgabe der Psychosozialen Prozessbegleiterin ist es, die Ängste der Zeugin zu thematisieren und sie zu reduzieren, bei Kindern kann dies durchaus spielerisch geschehen.
  • Am Tag der Verhandlung ist die psychosoziale Prozessbegleiterin stärkend an der Seite der Betroffenen, sowohl vor der Verhandlung als auch während des Prozesses.
  • Nach dem Gerichtstermin wird der Verfahrensausgang erläutert und auf Wunsch erfolgt eine psychosoziale Nachbetreuung. Dazu gehören auch die Information zum Opferentschädigungsgesetz und Hilfe bei der Antragstellung sowie die Vermittlung an Beratungsstellen und Therapeutinnen bzw. therapeutische Angebote.

Folgende Einrichtungen und Institutionen im Kreis Herford bieten Prozessbegleitung für Opfer von Gewalt und Sexualstraftaten an: